Rolleiflex

September 22, 2009  //  Posted by: admin  //  Category: Kamera

Die Traditionsmarke Rolleiflex bezeichnet eine Reihe von ein- und zweiäugigen Mittelformat- Spiegelreflexkameras, die vorwiegend Rollfilm im 6×6-cm-Format belichten. Die Idee war seinerzeit so einfach wie genial: Um 1916 waren bei Kameras Platten bzw. Planfilme, in der Regel unter Verwendung einer Aufnahmekassette, üblich.

Reinhold Heidecke aus dem Braunschweiger Kamerawerk Voigtländer hatte die Idee für eine neuartige Rollfilm-Kamera, fand aber dafür in seinem Unternehmen kein Gehör. So gründete er 1920 gemeinsam mit Paul Franke das Unternehmen „Franke & Heidecke“.

Zunächst wurde eine Plattenkamera mit zwei Objektiven von Carl Zeiss Jena und moderner Stereo-Aufnahmetechnik gefertigt – die Heidoscop, die zu einem unerwarteten Erfolg wurde.
1923 wurde die Kamera für Rollfilme vorgestellt. Aus Rollfilm-Heidoscop ergab sich die Bezeichnung Rollei, woraus später der neue Firmenname des Unternehmens wurde.

1927 und 1928 entstanden die ersten Prototypen der Rolleiflex – neuartiger Kameras mit stabilem Spritzgussgehäuse, die sich auch unter extremen Bedingungen durch große Zuverlässigkeit auszeichneten. Die Spiegelreflextechnik ermöglichte es außerdem, das spätere Foto im Sucher zu sehen. Die Nachfrage nach der recht teuren neuen Kamera war groß, bereits 1930 konnte das Werk wesentlich erweitert werden.
Die berühmte Kurbel für den Filmtransport geht auf die so genannte „Babyflex“ zurück, ein 4×4 – Modell, das als „Damenkamera“ mit kleinerem Bildformat entwickelt wurde.

1933 kam mit der Rolleicord ein preisgünstigeres Pendant der Rolleiflex auf den Markt, von dem bis 1976 fast 2,7 Mio. Exemplare verkauft wurden.

Die Rolleiflex Automat gewann 1937 den Großen Preis der Weltausstellung und ermöglichte eine erneute Erweiterung des inzwischen weltbekannten Unternehmens.

Nach dem Krieg wurde das weitgehend zerstörte Werk in Braunschweig wieder aufgebaut, Rollei war bei Pressefotografen und ambitionierten Amateuren beliebt und bis zum Erscheinen der japanischen Mamiya 1956 konkurrenzlos.

Gegen Ende der 1950er Jahre wandten sich Amateure und Reportagefotografen zunehmend dem Kleinbild zu, Studiofotografen den einäugigen Mittelformatkameras mit Filmmagazin und Wechselobjektiven. Marktführer auf diesem Gebiet wurde das schwedische Unternehmen Hasselblad.

Als ab Mitte der 70er Jahre immer häufiger Fremdobjektive benutzt wurden, Fremdanbieter „Rollei-Anschluss“ für ihre Objektive jedoch kaum anboten, verlor Rollei zunehmend an Bedeutung.

Nach dem Konkurs 1981 ging die Firma in diversen Gesellschaften auf, die nur noch wenig an die Traditionsmarke erinnerten.
Seit 2005 gibt es jedoch wieder die Franke & Heidecke GmbH, zu deren Gesellschaftern zwei Enkel der ursprünglichen Firmengründer gehören. Man produziert am alten Standort in Braunschweig Mittelformatkameras, Projektoren, fototechnisches Zubehör und Objektive.

Ein erfolgreiches Modell ist die neu entwickelte, auch digital taugliche Hy6, die die bisherigen Rollei-Objektive sowie Wechselmagazine verwenden kann.

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